Wilhelm Ostwald

Abbildung der Persönlichkeit © Quelle: Wikipedia

Geboren am 01.09.1853 in Riga

Gestorben am 04.04.1932 in Großbothen

Der Begründer der physikalischen Chemie wird bereits 1881 als Ordinarius an das Polytechnikum in Riga berufen. Ab 1887 in Leipzig, wo er den weltweit einzigen Lehrstuhl für physikalische Chemie innehat, gelingen ihm bahnbrechende Arbeiten: Er stellt das »Ostwaldsche Verdünnungsgesetz« organischer Säuren (1888) und die »Ostwaldsche Stufenregel« auf und entwickelt ein neues Verfahren für die Herstellung von Salpetersäure. Für seine Arbeiten über die Katalyse und die Geschwindigkeiten chemischer Prozesse erhält er 1909 den Nobelpreis für Chemie. Darüber hinaus beschäftigt ihn das Problem der Farblehre. Er erstellt einen hundertteiligen Farbkreis für den Werkbund (Oswaldscher Farbenatlas 1917). Außerdem widmet er sich wissenschaftlich-naturphilosphischen Fragen: Er meinte, das Grundprinzip des Lebens in der Energie gefunden zu haben (energetischer Monismus), und glaubte, daß dieses auch auf die Geisteswissenschaften übertragbar sei. Zu diesem Thema hält Ostwald auch Vorlesungen. Seine 14-bändigen »Annalen der Naturphilosphie« erregen großes Aufsehen. Mit seiner multidisziplinären Sichtweise (Pyramide der Wissenschaften) setzte er Meilensteine. 1906 zieht er sich auf seinen Landsitz in Großbothen zurück, wo er in »Freier Lehre« weiterarbeitet, seine Autobiographie »Lebenslinien« verfasst und als Vorsitzender des Monistenbundes für dessen Ideen wirbt.

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