Max Müller

Abbildung der Persönlichkeit © Quelle: Wikipedia

Geboren am 05.12.1823 in Dessau

Gestorben am 27.10.1900 in Oxford

Schon früh fasziniert von Indien, studiert der Sohn des Liederdichters Wilhelm Müller ab 1841 als einer der Ersten Indologie in Leipzig. 1844 wechselt er nach Berlin, danach folgen Aufenthalte in Paris und Oxford, wo er sich in Sprachen, Sanskrit und Religionsgeschichte vertieft. Müller übersetzt wichtige indische Texte ins Deutsche: die Fabelsammlung Hitopadesa (1844), Kalidusas Meghaduta (1847), sowie, kaum in England heimisch geworden, auf Englisch den Rig-Veda (6 Bände, 1849-1873). Die aus 1028 Hymnen, 10.580 Versen und 153.826 Wörtern bestehende Sammlung priesterlichen Wissens aus der Zeit 1200 vor Christi gilt als das älteste indische Literaturdenkmal und ist zugleich Hauptinformationsquelle über die Zeit der Einwanderung arischer Stämme nach Indien. 1850 wird Müller Professor der Sprachwissenschaft in Oxford, zieht sich aber 1875 vom Lehramt zurück, um sich ganz der Reihe »The Sacred Books of the East« (die Heiligen Bücher des Ostens) widmen zu können (50 Bände mit hinduistischen, buddhistischen und islamischen Texten, zwischen 1878 und 1894). In dieser Reihe veröffentlicht er eigene Übersetzungen der Upanischaden und des buddhistischen Dhammapada. In Vortragsserien und Publikationen entwickelt er eine umfassende Religionsphilosophie. Der Begründer der modernen Religionswissenschaft, den in Deutschland nur Spezialisten aus Orientalistenkreisen kennen, gilt in Indien als verdienstvoller Deutscher. Immerhin sechs Goethe-Institute tragen dort den Namen »Max Müller Bhavan«.

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