Karl May

Abbildung der Persönlichkeit © Quelle: Wikipedia

Geboren am 25.02.1842 in Ernstthal

Gestorben am 30.03.1912 in Radebeul

In Armut als fünftes von 14 Kindern eines erzgebirgischen Webers geboren, wird May Volksschullehrer, verliert seine Stellung aber wegen eines Diebstahls wieder. Er gerät in Not und auf die schiefe Bahn: Wegen Hochstapeleien verbüßt er insgesamt sieben Jahre Freiheitsstrafen. Ab 1881 arbeitet er als freier Schriftsteller. In dem katholischen Familienblatt »Der Deutsche Hausschatz« erscheinen erste Erzählungen wie »Reiseabenteuer in Kurdistan«, »Die Todeskaravane« oder »Stambul«. 1888 erhält er eine Anstellung als fester Mitarbeiter der in Stuttgart ansässigen »Spemanns Illustrierte Knabenzeitung: Der gute Kamerad«. Die Reiserzählungen Mays erscheinen in höherer Auflage, darunter auch der Romanzyklus »Durch die Wüste«. Außerdem entsteht der vierteilige Roman »Winnetou«. Die meist im Nordwesten der USA oder im Vorderen Orient spielenden Romane sind von einer christlichen, antizivilisatorischen und naturromantischen Weltanschauung geprägt. Erst nach dem Erscheinen dieser Werke besucht der »Shakespeare der Jungens« (Ernst Boch) den Orient (1899/1900) und Amerika (1908). Breitenwirkung und Faszinationskraft seiner in 25 Sprachen übersetzten Werke sind bis heute ungebrochen. Am 22. März 1912, acht Tage vor seinem Tod, hält May im Wiener Sofiensaal vor mehr als 2000 Zuhörern einen umjubelten Vortrag, in dem er sein Leben und Werk verteidigt und die pazifistischen Lehren der Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner propagiert. Sie schreibt in ihrem Nachruf auf Karl May: »Wer den schönen alten Mann an jenem 22. März ... sprechen gehört, durch ganze zwei Stunden, ..., begeisterungsvoll, in die höchsten Regionen des Gedankens strebend - der mußte das Gefühl gehabt haben: In dieser Seele lodert das Feuer der Güte«.

zurück zum Seitenanfang