Johannes Karasek

Geboren am 09.09.1764 in Smichow bei Prag

Gestorben am 13.09.1809 in Dresden

Der spätere »Prager Hansel« erlernt das Tischler- und Fleischhauerhandwerk und begibt sich danach auf Wanderschaft. Zum Militär eingezogen, gelingt es ihm mehrfach, zu desertieren. Er findet beim Wirt des Gerichtskretschams zu Neuwalde Unterschlupf und heiratet dessen Tochter. Von dichten Wäldern umgeben und im westlichen Teil der böhmischen Enklave (1635 - 1849) gelegen, lassen sich von dieser Insel inmitten der Oberlausitz aus trefflich Raubzüge in die umliegenden Dörfer unternehmen. Der »Robin Hood der Oberlausitz« - äußerlich unauffällig und seriös gekleidet (meist in Jägeruniform), zudem äußerst redegewandt - versetzt die Region in Angst und Schrecken. Er wird zum Kopf einer erfolgreichen und lange Zeit unerkannten Bande. Entgegen ihrer Gewohnheit, nicht in der näheren Umgebung zu plündern, brechen sie am 31. August 1800 auf dem Rittergut Oberleutersdorf ein und erbeuten angeblich 100.000 Taler. Dieser Raubzug wird ihnen zum Verhängnis. Karasek selbst wird festgenommen und in Bautzen zum Tode verurteilt. Auf ein Gnadengesuch hin wird das Urteil in lebenslange Kerkerhaft umgewandelt. Bis zu seinem Tod 1809 ist er im Dresdner Gefängnis für einen Groschen »zu besichtigen«.

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