Heiner Müller

Abbildung der Persönlichkeit © Quelle: Wikipedia

Geboren am 09.01.1929 in Eppendorf

Gestorben am 30.12.1995 in Berlin

Der bedeutendste und radikalste Autor des deutschsprachigen Theaters seit Brecht hat es als Kind eines offen sozialdemokratischen Verwaltungsangestellten schwer. 1938 muss die Familie nach Waren umziehen. Nach den Jahren in Mecklenburg (bis 1947), - »Mecklenburg war für uns als Sachsen wie eine Emigration. Man war Ausländer« - kehrt Müller nach Frankenberg in Sachsen zurück. Abitur, erste literarische Versuche und ein Schriftstellerlehrgang in Radebeul folgen. Während seine Eltern 1951 in den Westen flüchten, zieht Müller nach Ost-Berlin. Nach journalistischen Tätigkeiten wird er 1954 Mitarbeiter des Schriftstellerverbandes der DDR und ab 1958 Mitarbeiter am Maxim-Gorki-Theater Berlin. Danach ist er freischaffend, arbeitet aber am Berliner Ensemble und ab 1976 an der Volksbühne mit. Zigarre, Whiskyglas und schwarzes Jackett sind seine Markenzeichen. Seine Stücke stoßen auf scharfen Widerstand. »Der Lohndrücker« 1957 führt zu Diskussionen, da das Stück den Anforderungen des sozialistischen Realismus der SED-Kulturabteilung nicht genügt; »Der Bau« bleibt ungespielt. »Die Umsiedlerin«, von Studenten 1961 als Auftakt zu einer internationalen Theaterwoche aufgeführt, wird als »konterrevolutionärer« Angriff auf den Staat verstanden. Müller wird gezwungen, eine erniedrigende Selbstkritik zu verfassen. Er wird aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen. Sein Stück »Mauser« bleibt bis zum Ende der DDR verboten. In seiner Autobiographie »Krieg ohne Schlacht« (1992) beschreibt der erst Geächtete, dann Gefeierte sein Leben in zwei Diktaturen.

zurück zum Seitenanfang