Gottfried Silbermann

Geboren am 14.01.1683 in Kleinbobritzsch

Gestorben am 04.08.1753 in Dresden

Der Sohn eines erzgebirgischen Zimmermannes lernt zunächst das Tischlerhandwerk, um sich anschließend bei seinem Bruder Andreas in Straßburg als Orgelbauer fortzubilden. Er kehrt 1710 in seine Heimat zurück und erhält den Auftrag zum Bau einer Orgel für den Freiberger Dom. Der Freiberger Rat stellt ihm das sogenannte »Regimentshaus« als Werkstatt und Wohnung zur Verfügung. Hier wohnt der Meister vier Jahrzehnte lang und baut nachweislich 45 Orgeln. 31 davon sind noch erhalten. Die bekanntesten befinden sich in Bad Lausick, Burg (Schlosskapelle), Crostau, Dittersbach bei Stolpen, Dresden (Hofkirche), Forchheim, Frankenstein, Fraureuth, Freiberg (Dom, St. Petri und St.Jacobi) und Glauchau (St. Georg). 1723 wird ihm das Prädikat »Königlich-Sächsischer Land- und Hoforgelbauer« verliehen. Verdienste erwirbt er sich auch bei der gemeinsamen Weiterentwicklung des Hammerklaviers mit Johann Sebstian Bach. Er stirbt als 70-Jähriger unverheiratet in Dresden, wo er sich wegen des Orgelbaus in der Katholischen Hofkirche aufhält. Wie sein älterer Bruder Andreas (1678-1734), der vor allem im Elsass und in Baden wirkt (30 Orgeln), und dessen Sohn Johann Andreas (1712-83), von dem 54 Orgeln ebenfalls im süddeutsch-schweizerischen Raum stammen, wird er weit über die Grenzen Sachsens hinaus bekannt. In Sachsen gründet Gottfried Silbermann einen über den französischen Einfluss hinausgehenden, ganz eingeprägten Orgelbaustil, der bald schulebildend und bis weit in das 19. Jahrhundert hinein in der sächsischen Orgellandschaft richtungsweisend war.

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