Clemens Winkler

Abbildung der Persönlichkeit © Quelle: www.chf.de

Geboren am 25.12.1838 in Freiberg

Gestorben am 07.10.1904 in Dresden

Einer berühmten Hüttenfamilie entstammend, ist Winklers Besuch der Bergakademie Freiberg naheliegend. Nach Abschluss des Studiums arbeitet er als Chemiker in mehreren Farbenfabriken und veröffentlicht eine Reihe von Fachaufsätzen. Nebenher promoviert er über Silizium an der Leipziger Uni. Schon bald macht er sich mit neuen Verfahren zur Analyse von Gasen einen Namen. 1864, Winkler ist gerade 25 Jahre alt, erscheint sein »Lehrbuch der technischen Gasanalyse«. Er kehrt nach Freiberg zurück und wird 1873 zum Professor für Chemische Technologie, Hütten- und Salinenkunde ernannt. Dort entsteht seine mehrbändige »Anleitung zur chemischen Untersuchung von Industriegasen« (1876-1879), und er entwickelt das erste industrielle Verfahren zur Herstellung von Schwefelsäure. Seine größte Leistung ist aber die Entdeckung des chemischen Elementes Germanium am 6. Februar 1886. Bei der Analyse des seltenen Minerals Argyrodit findet er heraus, dass dieses zu etwa 75 Prozent aus Silber, zu 17 Prozent aus Schwefel und zu geringen Anteilen (insgesamt etwa ein Prozent) aus Eisen, Quecksilber und Zink besteht. Nun fehlen noch sieben Prozent zum Ganzen. Nach mehrmonatiger Arbeit kann Winkler schließlich ein völlig neues Element isolieren, dem er aus Patriotismus den Namen »Germanium« gibt. Seine Entdeckung bestätigt die theoretische Vorarbeit von Dmitri Mendelejew, der die Existenz eines Elementes mit den gleichen Eigenschaften vorausgesagt hat. Heute ist das »patriotische Element« weitgehend vom Halbleiter Silizium verdrängt und fristet ein Nischendasein. Winklers »Praktischen Übungen für die Maßanalyse« erscheinen 1888. Zahlreiche hohe Auszeichnungen werden ihm dafür zuteil. Von 1896 bis 1899 leitet der ehemalige Chemnitzer Gewerbeschüler die Freiberger Bergakademie. Berufungen an andere, größere Universitäten lehnt er stets ab. 1898 ernennt ihn die sächsische Regierung zum Geheimrat. Einen Adelstitel, den ihm die österreichische Regierung verleihen will, nimmt er jedoch nicht an. Der Zigarrenliebhaber stirbt 66-jährig an Krebs in Dresden.

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