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Chronik

Sachsen zur Zeit der Weimarer Republik 1918-1933

Die Geburt des Freistaates

Nach dem Ende der Monarchie ruft Hermann Fleißner (SPD) im Zirkus Sarrasani die Republik Sachsen aus. In der Folge wird der Freistaat Sachsen gegründet und erhält eine eigene Verfassung. Als Teil der Weimarer Republik wird Sachsen allerdings eng an das Reich gebunden und verliert u.a. seine Militär-, Eisenbahn- und Finanzhoheit. 1923 wird nach Ausschreitungen infolge der Inflation der Ausnahmezustand im Deutschen Reich verhängt. Aus Angst vor einer linksrevolutionären Erhebung besetzen Reichstruppen kurzzeitig den Freistaat (»Reichsexekution«). 1932 stirbt der letzte sächsische König, Friedrich August III.  

 

10. November 1918 Der neu gebildete Vereinigte Revolutionäre Arbeiter- und Soldatenrat (Rechte, Zentrum, SPD) erklärt den König für abgesetzt und die Monarchie für beseitigt. Im Zirkus Sarrasani ruft Herrmann Fleißner (SPD) die Republik aus.

13. November 1918 Förmliche Abdankung Friedrich Augusts III. auf Schloss Guteborn bei Ruhland.  

15. November 1918 Nach der Ausrufung der Republik (10.11.) und der Abdankung König Friedrich Augusts III. (13.11.) übernehmen je drei Volksbeauftragte der USPD und SPD die Regierungsgewalt.

28. November 1918 Einführung des allgemeinen, gleichen, unmittelbaren und geheimen Verhältniswahlrechts für Männer und Frauen über 21 Jahren.

19. Januar 1919 Deutsche Nationalversammlungswahlen: SPD 17, Bürgerliche 12, USPD 3 Mandate

22. Januar 1919 Nach dem Rücktritt der drei USPD-Volksbeauftragten (16.1.) bildet Georg Gradnauer eine SPD-Regierung.

2. Februar 1919 Sächsische Volkskammerwahlen: SPD 42, USPD 15, DDP 22, DNVP 13, DVP 4 Mandate

25. Februar 1919 Die Volkskammer konstituiert sich, die Volksbeauftragten treten zurück. Am 28. Februar wird eine vorläufige Verfassung beschlossen, die erstmals das Amt des Ministerpräsidenten vorsieht.

14. März 1919 Amtsantritt der ersten verfassungsgemäßen Regierung Gradnauer (SPD)

1919 Mehrere Streiks und blutige Unruhen haben im Verlauf des Jahres die mehrmalige Verhängung des Ausnahmezustands zur Folge und können nur durch Reichstruppen beendet werden.

Mai 1919 Endgültige Trennung von Kirche und Staat

11. August 1919 Die Reichsverfassung tritt in Kraft; Sachsen verliert die Militärhoheit.

1. November 1920 Die am 26. Oktober in der Volkskammer angenommene Verfassung des Freistaates Sachsen tritt in Kraft. Sachsen wird eng an das Deutsche Reich gebunden und verliert u.a. die Eisenbahn- und Finanzhoheit.

14. November 1920 Landtagswahlen: SPD 27, USPD 16, KPD 6, Bürgerliche 47 Mandate

11. Oktober 1921 Gründung der ersten außerbayrischen NSDAP-Gruppe durch Fritz Tittmann

5. November 1922 Landtagswahlen mit SPD/USPD-Mehrheit

18. November 1922 NSDAP-Verbot in Sachsen; 1925 wieder aufgehoben

21. März 1923 Minderheitsregierung Zeigner (SPD)

27. September 1923 Im Deutschen Reich wird nach Ausschreitungen infolge der Inflation der Ausnahmezustand verhängt.

22. Oktober - 6. November 1923 Sachsen wird durch das Reich besetzt (»Reichsexekution«). Die Regierung Zeigner wird aufgelöst (29.10.), um eine linksrevolutionäre Erhebung zu verhindern. Rudolf Heinze wird zum Reichskommissar für Sachsen ernannt.

1. November 1923 Bildung einer Übergangsregierung unter Alfred Fellisch

31. Oktober 1926 Landtagswahlen: SPD 31, ASPD 4, KPD 14, DDP 5, DVP 12, DNVP 14, NSDAP 2, Sonstige 14 Mandate

12. Mai 1929 Landtagswahlen: SPD 33, ASPD 2, KPD 12, DDP 4, DVP 13, DNVP 8, NSDAP 5, Wirtschaftspartei 11, Aufwertungspartei 3, Sächsisches Landvolk 5

22. Juni 1930 Landtagswahlen: SPD 32, KPD 13, Dt. Staatspartei 3, DVP 8, DNVP 5, NSDAP 14, WP 10, AP 2, SL 5, Sonstige 4

18. Februar 1932 Der letzte König von Sachsen, Friedrich August III., stirbt auf Schloss Sybillenort (Schlesien).

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Weitere Informationen zur Geschichte Sachsens

Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde e.V.

Sächsische Landeszentrale für politische Bildung

Sächsisches Staatsarchiv

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